Berufskolleg an der Lindenstraße

Der beste Dialogmarketing-Kaufmann Deutschlands 2015

Interview mit bkal-Absolvent Michael Linke

Lieber Herr Linke, Sie haben nicht nur die beste IHK-Prüfung zum Kaufmann für Dialogmarketing in Köln und berufsübergreifend das beste IHK-Prüfungsergebnis in Köln erzielt, sondern sind sogar nach Berlin eingeladen worden, um dort als bester KDM Deutschlands ausgezeichnet zu werden. Wir vom Berufskolleg an der Lindenstraße beglückwünschen Sie zu Ihrer überragenden Leistung!

Frage: Wie haben Sie sich auf die Prüfungen vorbereitet?

Antwort: Wie auf eine große Klausur. Ich hatte im Vorlauf zu einer recht schweren Klausur mal eine Zusammenfassung für die Klasse geschrieben. Dabei habe ich gemerkt, dass das Zusammenfassen eines Themas für mich selbst eine hervorragende Lerngrundlage darstellt. Seitdem habe ich das für jede Klausur getan und vor den Prüfungen habe ich mir alle Zusammenfassungen so lange wieder und wieder durchgelesen, bis ich alles verinnerlicht hatte. Die Methode hat sich für mich letzten Endes als optimal erwiesen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass zu einem solchen Ergebnis eine gute Portion Glück gehört.

Frage: Was hat Sie angetrieben, Ihre Ausbildung so konsequent anzugehen, und wie haben Sie eventuelle Durststrecken überbrückt?

Antwort: Ich bin schon seit meiner frühen Jugend ein extrem schlechter Verlierer. Ich habe mir diesen Charaktermakel zu Nutze gemacht, in dem ich fast alles, was ich mache, als Wettbewerb mit mir selbst betrachte. - Meinen Siegeswillen konnte ich somit fast eins zu eins in Ehrgeiz umwandeln. Ich hatte mir für die Ausbildung gewisse Ziele gesetzt und diese nicht zu erreichen, wäre eine Niederlage gewesen - und somit keine Option für mich. Durststrecken gab es keine, weil ich mich für die meisten Ausbildungsinhalte auch persönlich sehr interessiert habe. Deshalb kann ich auch nur jedem ans Herz legen, sich einen Beruf zu suchen, den man liebt. Selbst wenn das - wie in meinem Fall - bedeutet, das ein oder andere Mal komplett neu anzufangen.

Frage: Was hat Ihnen an Ihrer Ausbildung zum Kaufmann im Dialogmarketing am meisten gefallen?

Antwort: Inhaltlich waren das wohl die Schnittstellen zur Psychologie und zum Online Marketing. Generell fand ich den Praxisbezug sehr gut. Ich konnte in meinem Ausbildungsbetrieb die theoretischen Inhalte gut umsetzen und meine enorm praxisbezogenen Aufgaben im Unternehmen haben mir den schulischen Teil stark vereinfacht. Diese Synergie hat maßgeblich zum Erfolg beigetragen.

Meine Berufsschule und Lehrer haben mich beziehungsweise uns außerdem durch ein ganz besonderes Engagement unterstützt. Die Lehrer waren nicht nur während und nach der Schulzeit erreichbar, sondern wir hatten auch immer die Gelegenheit, uns dazu zu äußern, durch welche Lehr- oder Lernmethoden wir uns am besten vorbereitet gefühlt haben.

Neben theoretischen Inhalten hatte ich das Glück, durch meine Berufsschule auch praktische Erfahrungen in Form eines Auslandspraktikums sammeln zu können. In einer zunehmend globalisierten Wirtschaftswelt garantiert eine wertvolle Erfahrung.

Frage: Wie geht es jetzt für Sie weiter, und wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Antwort: Bereits vor der Prüfung hatte ich mich für ein Unternehmen entschieden, mit dem ich gemeinsam wachsen möchte. Da meine Lebensgefährtin zu diesem Zeitpunkt schwanger war, wusste ich, dass es mich nach meiner Ausbildung definitiv zu ihr und meinem Sohn ins Hochsauerland verschlagen würde. Mit meinem jetzigen Arbeitgeber touriDat GmbH & Co. KG habe ich dort ein Unternehmen gefunden, das genau meine Werte vertritt: „Wer aufhört besser sein zu wollen, hört auf, gut zu sein.“ Wo ich in 10 Jahren sein werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Fest steht nur, dass ich mich mit Leuten umgeben werde, die mit dem Wort „fertig“ genauso wenig anfangen können wie ich.

Frage: Wie wird die Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing Ihrer Meinung nach im Jahre 2025 aussehen, und welche Rolle sollte die Berufsschule dabei spielen?

Antwort: Die Ausbildung für Dialogmarketingkaufleute hat schon die richtigen Ansätze. Meiner Ansicht nach wird der Beruf seinem Namen noch nicht ganz gerecht: Dialogmarketing ist vereinfacht gesagt „Kundenansprache mit Responsemöglichkeit und möglichst wenig Streuverlust.“ Hier sollte eigentlich jedem sofort klar sein, dass „Telefonie“ oder „Call-Center“ nur ein Bruchteil dieser Definition sind. Trotzdem liegt auf diesen Aspekten mit weitem Abstand der Hauptfokus. Dabei müsste Dialogmarketing eigentlich eine spezialisierte Form der Marketingkommunikation sein. Ich denke daher, dass das Dialogmarketing nicht um eine Ausweitung in den Bereich „Online“ herumkommen wird. Dasselbe gilt zwar auch für alle anderen gängigen kaufmännischen Berufe, aber der Berufszweig Dialogmarketing hat schon heute per definitionem die beste Ausgangposition dafür.

Michael Linke absolvierte seine Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing bei dem Unternehmen Entrex e. K. und besuchte von Sommer 2012 bis zum Frühjahr 2015 das Berufskolleg an der Lindenstraße in Köln.

09.11.15

bkal/Lars Lamers

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