Berufskolleg an der Lindenstraße

Der Fairtrade-Tag am bkal am 27. Mai

Flüchtig haben sich die Höhere Handelsschülerin Jessica und Kevin, der Azubi im Lebensmitteleinzelhandel, bestimmt einmal auf dem Schulhof oder den Gängen des Berufskollegs an der Lindenstraße gesehen. Nun stehen Sie sich in einem Klassenraum der Schulstelle Richard-Wagner-Straße gegenüber und diskutieren engagiert über die Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen von Rosenpflückerinnen in Ostafrika. „Hier kann der Fairtrade-Handel eine große Rolle spielen!“, so Kevin. „Indem wir Fairtrade-Rosen im Supermarkt kaufen, können den Arbeitern vor Ort z.B. in Kenia bessere Löhne gezahlt, Ihre Bildungschancen vergrößert und Ihr Gesundheitsschutz verbessert werden“.

Doch Jessica ist skeptisch: „Dadurch kosten uns die Rosen aber auch weitaus mehr“. Es sieht aus als hätte Kevin auf diesen Einwand nur gewartet, sofort schlüpft er in seine Verkäuferrolle und nimmt sich einen Strauß Rosen und eine Packung Kaffee zur Hand: „Vielen Leute denken dies! Aber die Behauptung ist oftmals falsch. Fairtrade-Rosen (3,49 Euro pro Strauß) oder auch Fairtrade-Kaffee (5,49 Euro per 500g) verfügen über eine sehr gute Qualität und die Preisunterschiede zu gleichartigen Produkten ohne Fairtrade-Siegel sind oftmals überhaupt nicht vorhanden.“ Jessica nickt überrascht, aber zufrieden.

Die beiden sind nur ein Beispiel für den ersten Fairtrade-Tag am Berufskolleg an der Lindenstraße, der am 27. Mai am bkal stattfand. Mehrere Lebensmittelklassen des Einzelhandels hatten Klassen der Bildungsgänge Höhere Handelsschule und des Wirtschaftsgymnasium eingeladen, um mit einer Vielzahl von Aktionen und Verkostungen, eigenen Filmvorführungen sowie Rätseln, selbst erstellten Flyern und Plakaten, die Aufmerksamkeit für faire Produkte im Einzelhandel zu erhöhen und den fachfremden Schülerinnen und Schülern eine interessante Tour durch den fairen Handel zu bieten. Ziel der ca. 160 Anwesenden war es, wie Jessica und Kevin zeigten, auch über den Sinn und Zweck des fairen Handels zu diskutieren und Berührungspunkte im Alltag zu finden. Insbesondere die Verkostung von fairem Tee, Kakao und Kaffee sowie Bananen, Nüsse, Trockenfrüchte und flüssiger Schokolade aus dem eigens organisierten Schokoladenbrunnen, aber auch die Information über die oft schlimmen Zustände in der Textilproduktion fand bei vielen Schülerinnen und Schülern der Vollzeitklassen großen Anklang. Ermöglicht wurde der Fairtrade-Tag durch eine Vielzahl von Lebensmittelspenden der Rewe AG, der Kauflandwarenhandel GmbH & Co.KG, Transfair e.V. sowie dem Engagement der Auszubildenden, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer/innen der beteiligten Klassen.

Kevin sprach letztlich auch gelungene Schlussworte aus: „Wäre doch schön, wenn wir durch unser aller Engagement eine richtige Fairtrade-Schule werden, oder?“

Text: GART 

Fotos: B. Görgen

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