Berufskolleg an der Lindenstraße

Notorious Big Data trifft MiniDrama – Angehende Wirtschaftsabiturientinnen und -abiturienten machen Theater

5. Februar 2015 vor der 7. Stunde: Bis auf den letzten Platz besetzt mit Schülerinnen und Schülern des Wirtschaftsgymnasiums brummte die Aula des bkal in erwartungsvoller Unruhe. Gleich sollten die Abiturklassen WG21, WG22 und WG24 ihre in den Literaturkursen erarbeiteten Theateraufführungen auf die Bühne bringen.

Die Abiturienten in spe boten ein anderthalbstündiges Programm, das aus zwei großen Teilen bestand: Im ersten Teil der Veranstaltung führten die WG22 und WG24 unter der Leitung ihrer Lehrerin Irene Martschukat mit großer Spielfreude eine aus neun MiniDramen zusammengesetzte Collage vor. Szenen von Campbell über Fassbinder und Monty Python bis Schwitters wurden in rasanter Folge präsentiert, sodass es manchem Zuschauer fast schwindelig wurde. - Da wurden Backsteinherzen verschenkt, Häuser in Brand gesetzt, Eier gelegt und Kinder geboren.

 

Im zweiten Teil des Programms entführte die WG21 ihre Mitschüler in eine nahe gelegene Zukunft gegenwärtiger Möglichkeiten. In dem Stück ihres Literaturlehrers Lars Lamers, „Panoptikum – eine Komödie mit dystopischen Zügen“, stellten sie die Geschichte eines Cybermobbingfalls auf dem Hintergrund totaler Überwachungsoptionen dar. Die Figuren Notorious Big Data und Al OG Rithm kommentierten als fleischgewordene Digitaltechnik nicht nur die Handlung in ihren Rap-Songs, sondern griffen auch in diese ein. Das kam bei den Schülerinnen und Schülern im Publikum an, sodass sie trotz technischer Aussetzer dem Stück aufmerksam folgten.

Beide Gruppen wurden mit viel Applaus der Zuschauerinnen und Zuschauer bedacht. - Dieser Applaus war hart erarbeitet, schließlich hatten alle Schülerinnen und Schüler sich seit Schuljahresbeginn mit ihren Rollen auseinandergesetzt und standen bei der Aufführung zum ersten Mal vor einem zirka 120 Personen umfassenden Publikum. Niklas Niedermeier, Schüler aus der WG21 und einer der Bad Guys aus „Panoptikum“ meinte dazu: „Sich vor einem Publikum frei zu präsentieren, kann man auch später im Berufsleben gut gebrauchen.“. Seine Klassenkameradin und eine der Hauptdarstellerinnen Antonia Kametz ergänzte: „Außerdem macht das mehr Spaß als normaler Unterricht.“ Nach Projekten zum „Woyzeck“ in Kooperation mit dem Theater im Bauturm im letzten Jahr und der Doppelaufführung in diesem Jahr sind die Literaturlehrkräfte Irene Martschukat und Lars Lamers motiviert, auch im nächsten Schuljahr wieder Schüler auf die Bretter zu schicken, die die Welt bedeuten.

 Logo Bkal