Berufskolleg an der Lindenstraße

Jubiläum 2016 - 50 Jahre Wirtschaftgsymnasium

„50 Jahre Abitur mit Mehrwert“

Festveranstaltung mit zahlreichen Ehrengästen am 9.3.2016

„50 Jahre Abitur mit Mehrwert“ – mit diesem Motto begrüßte Schulleiterin Angelika Riedel die Ehrengäste und alle Teilnehmer der Festveranstaltung in der Aula der Lindenstraße. Vor 50 Jahre wurde die Gymnasiale Oberstufe der Höheren Handelsschule eingeführt. „Wir sind ein wenig stolz darauf, dass wir 1966 eine der ersten Berufsbildenden Schulen in ganz NRW und die erste in Köln waren, die diesen Bildungsgang anbieten durfte. Wir haben damit in Köln ein zusätzliches Angebot geschaffen, das Abitur zu erlangen. Das hatte damals eine besondere Bedeutung, da die Abiturientenquote mit 10 Prozent sehr viel niedriger war als beispielsweise 2014 mit 65 Prozent und es bei weitem nicht selbstverständlich war das Abitur zu erlangen“. 

1987 wurde der gymnasiale Zweig in die dreijährige gymnasiale Oberstufe umgewandelt. Seit circa 10 Jahren dürfe sich das Kolleg Wirtschaftsgymnasium nennen. Diese Bezeichnung sei wichtig, da sie die Zugehörigkeit zur gymnasialen Schullandschaft der Stadt dokumentiere. Besonders betonte die Schulleiterin: „Denn bei uns kann man ganz normal die Allgemeine Hochschulreife erwerben. Aber das ist nicht alles. „Abitur mit Mehrwert“. Abitur mit Wirtschaftskompetenz“.

Über 3000 Abiturienten hätten die Lindenstraße verlassen und mit Abitur und Wirtschaftskompetenz Karriere in Studium, Lehre und Beruf gemacht. Einige Absolventen seien der Beruflichen Bildung treu geblieben, wie der Lebenslauf des Vizepräsidenten des Bundesinstituts für Berufsbildung Prof. Dr. Weiß zeige. Manche seien sogar Lehrer in der eigenen Schule geworden.

Aber: Wie sehe die Zukunft des Wirtschaftsgymnasiums aus? „Ich mache mir ein wenig Sorgen um die Zukunft der Beruflichen Schulen in Köln“, unterstrich Riedel. Die Einrichtung der Gymnasialen Oberstufe an den Berufsbildenden Schulen sei damals eine Möglichkeit für viele Absolventen der Sekundarstufe I gewesen, das Abitur zu erlangen und mit dem Ziel der Chancengleichheit verbunden gewesen. Die Zielrichtung in einer Schullandschaft des „gemeinsamen Lernens“ mit dem Ausbau der Gesamtschulen, einhergehend mit dem Wegbrechen der Hauptschulen und zunehmend auch der Realschulen, habe sich in den letzten Jahren sehr verändert und werde dies weiter tun. „Wir stehen zunehmend im Wettbewerb mit den Oberstufen der Gesamtschulen und allgemeinbildenden Gymnasien, die den Vorteil besitzen, dass die Schüler und Schülerinnen dort bereits 6 Jahre sind. Unser Alleinstellungsmerkmal ist das „Abitur plus Wirtschaftskompetenz“. Dieses in die Schulen der Sekundarstufe I zu tragen müsse der Auftrag sein. Riedel appellierte deshalb abschließend an die Gäste: „Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung. Ohne Berufliche Gymnasien wäre die Kölner Schullandschaft wesentlich ärmer. Deshalb bitte ich Sie, wo auch immer Sie tätig sind, unterstützen Sie das Konzept der beruflichen Bildung in der gymnasialen Oberstufe der Berufskollegs, denn nur hier gibt es das „Abitur mit Mehrwert“.

Gisela Kalf, Abteilungsleiterin des Wirtschaftsgymnasiums, stellte ihre Begrüßungsrede ebenfalls unter das Motto „Zukunft“. „Wie geht es nun weiter mit unserem Wirtschaftsgymnasium? Wie sehen unsere Schule und der Unterricht in der Zukunft wohl aus“? Individualisierung und Kooperation seien das Yin und Yang der Unterrichtsentwicklung, da seien sich viele Bildungs- und Schulexperten einig. „Der Lehrer wird in Zukunft Berater, Coach, „Lernumgebungsdesigner“, der seine  knappe Zeit nun dazu verwenden kann, das von den Schülern in Online-Kursen erworbene Wissen kritisch zu prüfen und  vielfältige Anwendungsmöglichkeiten zu schaffen“.

Darüber hinaus gebe es Ansätze Lehr- und Lernprozesse nach den Prinzipien von Computerspielen zu organisieren, um Lernbegeisterung wieder zu wecken. „Es nennt sich Gamification und die Begeisterung soll dadurch ausgelöst werden, dass für den Spieler die Anforderungen verstehbar, bedeutsam und handhabbar sind und ihm ein permanentes flow-Erlebnis ermöglicht wird“.

„Learning to be“ sei eine weitere Facette ganzheitlicher Lern-Konzepte, das stärker in schulische Curricula Eingang finden könnte. Mit dem Unterrichtsfach „Glück“ sei hier bereits ein Zeichen gesetzt worden, ein Berufsschulrektor habe es schon 2008 eingeführt. Mittlerweile gebe es das Fach in über hundert Schulen: „Die Schüler setzen sich mit Fragen der individuellen und gemeinschaftlichen Lebensgestaltung auseinander, es geht um die „Macht der guten Gefühle“ und um Wohlbefinden, um das im Einklang sein mit sich selbst“. Mittlerweile sei das Fach Glück auch Bestandteil der Lehrerausbildung an den Universitäten Kassel und München.

Und zum Wohlbefinden trage auch eine einladende Atmosphäre und eine schön gestaltete Umgebung bei, die den Schülern signalisiere, sie seien willkommen und man habe es ihnen nett gemacht.  Abschließend empfahl Kalf daher den Gästen: „Schauen Sie doch einmal bei Lust und Laune in die DVD von Reinhard Kahl „Treibhäuser der Zukunft“, dort finden Sie eindrucksvolle Beispiele dafür, wie Schule zum Lebensort werden kann“!

Text: Görgen / mit Grußworten

 

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