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Dublin — unser zweiwöchiges Praktikum und alles dazwischen

Wir sind gerade zurück von einem intensiven, lauten, wunderschönen und total lehrreichen zweiwöchigen Praktikum in Dublin — und ich muss sagen: diese Stadt ist viel mehr als nur Pubs und Regen. In der ersten Woche waren wir in einer Sprachschule, dem ADC College, und danach haben wir in verschiedenen Praktikumsbetrieben gearbeitet — Kanzleien, Recruitment-Offices und ganz normale Büros. Unterkunft hatten wir in Gastfamilien, verteilt in Dublin, manche von uns etwas außerhalb, aber das war super, weil wir trotzdem zentral waren und trotzdem die Natur vor der Haustür hatten.

Unsere Zeit im ADC College

Die erste Woche verbrachten wir im ADC College, das Kurse kombiniert mit Erasmus-/Praktikumsorganisationen anbietet — also perfekt für Schüler*innen, die Englisch verbessern und gleichzeitig in ein Praktikum vermittelt werden wollen. Dort haben wir nicht nur Grammatik gepaukt, sondern richtig viel über irische Sprache und Kultur gelernt: typisch irische Slangs, legendenhafte Mythologie, Essgewohnheiten und sogar „tourist traps“ — also typische Touristenfallen, die man erkennen sollte, damit man nicht in jedem Hafenlokal zu viel bezahlt.

Die Lehrmethoden waren locker, die Mitarbeit war gefragt und die Lehrerinnen und Lehrer haben uns dazu gebracht, wirklich zu sprechen — nicht nur nachzusprechen. Besonders cool fanden wir die Slang-Stunde: Wörter wie „craic“ (das heißt so viel wie Spaß oder wie „Wie läuft’s?“) oder „grand“ wurden sofort Teil unseres Wortschatzes. Man merkt schnell, dass Sprache hier voller Witz und kurzer, cleverer Ausdrücke ist, die im Alltag super oft benutzt werden.

Irische Mythologie — geheimnisvoll und überraschend

Neben Slang hatten wir auch eine Einheit zu irischer Mythologie — und das war echt faszinierend. Die Mythen sind total alt, handeln von den Tuatha Dé Danann, vom Kampf gegen die Fomorianer oder von Helden wie Cú Chulainn. Unsere Lehrerin erzählte dazu Anekdoten, und wir haben gemerkt: diese Geschichten sind mehr als nur Sagen — sie stecken voller Erklärungen für die Landschaft, Namen und manchmal auch für den irischen Humor.

Praktikum: Büroalltag, Anwaltskanzlei und Recruitment

Nach der Sprachwoche startete das Praktikum in kleinen Teams. Einige von uns waren in einer Anwaltskanzlei, haben Akten sortiert, Protokolle gelesen und bei einfachen Recherchen geholfen. Andere arbeiteten in Recruitment-Offices, lernten, wie Bewerbungsprozesse ablaufen, wie man Kandidaten anschreibt und Vorstellungsgespräche vorbereitet. Und dann waren noch diejenigen, die in normalen Büros routinemäßige Aufgaben übernommen haben — Post, Excel-Listen, Telefonate. Insgesamt war es super: wir haben echte Tasks bekommen, nicht nur Kaffee holen, und konnten im Team mitarbeiten.

Was uns am meisten überrascht hat: die irische Arbeitswelt ist ziemlich entspannt, aber professionell. Man ist pünktlich, aber freundlich, Meetings sind humorvoll — trotzdem produktiv. Viele Kolleg*innen waren offen und haben uns Fragen beantwortet, sodass man sich schnell einbringen konnte.

Gastfamilien und das Leben außerhalb des Colleges

Wir lebten bei Gastfamilien, verteilt in Dublin — manche direkt in der Stadt, andere etwas außerhalb mit Blick aufs Grüne. Das war gar nicht schlimm, weil die Verkehrsverbindungen echt gut sind. Bei einigen von uns war die Sicht auf Felder oder Hügel — total entspannend nach einem langen Tag im Büro.

Nature-Time: Howth, Bray und die Küste

An den Wochenenden haben wir viel draußen gemacht. Ein Highlight war Howth — der Cliff Path Loop ist eine traumhafte Wanderung entlang der Küste, circa 7,8 km, mit Leuchtturm- und Inselblick. Der Duft von Meer, das Scharren der Vögel und die gelben Ginsterbüsche — das fühlt sich an wie Postkarten-Irland.

Außerdem waren wir in Bray und haben (teilweise) den berühmten Cliff Walk gesehen — die Strecke zwischen Bray und Greystones ist spektakulär, mit Blick auf das offene Meer und felsige Buchten. Man sollte allerdings vorher prüfen, ob bestimmte Abschnitte offen sind, weil es gelegentlich Sperrungen wegen Erosion oder Steinschlag geben kann.

Kulinarisch war die Küste ein Traum:
frischer Fish & Chips, kleine Cafés mit hausgemachtem Kuchen, und überall gab es Seafood — perfekt nach einer Wanderung. Und ja, wir haben auch typische Touristenorte gesehen — aber gelernt, wie man die guten von den überteuerten Plätzen unterscheidet.

Fazit — was wir mitnehmen

Zusammengefasst: Dublin ist eine Mischung aus pulsierender Stadt und rauer, naturnaher Küste. Unser Praktikum hat uns nicht nur fachlich weitergebracht (echte Einblicke in Arbeitsabläufe, Kommunikation auf Englisch), sondern uns auch kulturell bereichert — die Sprachschule hat uns irischen Slang, Mythen und Alltag beigebracht, die Gastfamilien haben uns das „echte“ Leben gezeigt, und die Ausflüge haben uns das Gefühl gegeben, wie unglaublich abwechslungsreich Irland ist.

Wir sind zurück mit vollgepackten Köpfen, neuen Vokabeln, einer Portion irischem Humor und vielen Fotos von Klippen, Teestuben und Büro-Unterlagen. Wenn du die Chance hast: macht so ein Praktikum — es ist Arbeit, klar, aber es ist auch eines der besten Abenteuer, das man erleben kann.