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Katarina Barley am Berufskolleg an der Lindenstraße - Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments stellt sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler

Am 19.02.26 um 12 Uhr war die Aula des Berufskollegs an der Lindenstraße bis auf den letzten Platz belegt, als Katarina Barley die Schule für einen kurzen Impulsvortrag und ein anschließendes Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern besuchte.

Frau Dr. Barley arbeitet nicht nur als eine der Vertreterinnen von EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, sondern außerdem im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz als auch im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres. Vor diesem Hintergrund hob sie die EU als Friedensprojekt und Wohlstandsprojekt nach dem Morden der beiden Weltkriege hervor. Der europäische Binnenmarkt spiele zudem auch für Deutschland als Exportnation eine wichtige Rolle, denn nach dem zweiten Weltkrieg seien wir wirtschaftlich „nichts“ gewesen.

Sie warnte vor der erneuten Kriegsgefahr, welche bestehe, wenn sich Europa auseinanderdividieren ließe, sich rechtspopulistische Regierungen durchsetzen und rein nationalistisch agieren würden. – Das wäre die Situation, die sich die geopolitischen Player Russland, die U.S.A. unter Trump und China nur wünschen könnten, da sie die Europäer schwächen würde. Barley verwies auf die im Vergleich zur U.S.A. größere ökonomische Macht der Europäer, die diese jedoch nur vereint ausspielen könnten.

Im Rahmen ihrer Arbeit ist Frau Dr. Barley auch mit dem Verbraucher- und Datenschutz in der EU betraut und damit auch mit der Regulierung der sozialen Netzwerke. In dem Zusammenhang befragten Schüler sie zu der Vertrauenswürdigkeit der Medien, und Frau Dr. Barley appellierte an sie, sich über professionelle journalistische Medien zu informieren und nicht allein auf die sozialen Medien zu vertrauen. Wie es ein Schüler zusammenfasste, könne „dort ja jeder schreiben, was er will.“. Barley stellte den unkontrollierten Sozialen Medien, wie in den U.S.A. unter Trump, die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte wie Deepfakes in der EU als Mindestschutz gegenüber.

„Ich würde gerne noch mehr darüber erfahren, wie Ihr über ein Social-Media-Verbot für Jugendliche denkt.“, sagte sie, doch dazu reichte die Zeit dann leider nicht mehr aus. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Politikerin mit Fragen zu den Themen Epstein-Files, Politikerdiäten, Jugendstrafrecht und vielem anderen mehr gut eine Stunde lang auf Trab gehalten, und Katarina Barley stellte sich dem mit sehr verständlich formulierten und authentische Antworten.

Die Veranstaltung mit Dr. Katarina Barley im Berufskolleg an der Lindenstraße fand im Kontext der Bestrebungen der Schule statt, Europaschule zu werden. Im Zuge dessen werden sowohl Unterrichtsvorhaben zu europäischen Themen systematisch in die

schulinternen Lehrpläne integriert als auch schulkulturelle Veranstaltungen wie der jährliche Europatag und zahlreiche Austausche und Auslandspraktika organisiert.

BKaL/Lamers